Slow Work – Der neue Weg, entspannter produktiv zu sein

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Es ist wieder passiert: Ich wache einige Minuten vor dem Weckerklingeln auf, bereits in Gedanken an die To-Do’s der kommenden Stunden. Schnell die Katzenwäsche hinter sich gebracht und wie ich noch an der harten Brotkruste des noch härteren morgens abbeiße, checke ich bereits die Arbeitsmails. Als ich die Tür hinter mir schließe, merke ich, dass ich trotz rechtzeitigem Aufstehen noch lange nicht so früh aus dem Haus bin, wie ich es mir gestern noch vorgenommen hatte. Ein Termin nach dem anderen, ein Projekt jagt das nächste und trotzdem habe ich am Ende des Tages nicht das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Ein passendes Ende für diesen Tag kann da eigentlich nur aus dem Verschlingen eines Fast Food Menüs bestehen, denn da kommt es mir auch nach spätestens einer Stunde so vor, als hätte ich noch nichts gegessen. Nicht nur meine Waage, sondern auch die Vernunft haben mich in den letzten Jahren gelehrt, dass Fast Food unter Umständen nicht sonderlich gesund ist und somit nicht zu meinem täglich Brot werden sollte. Die Zeit dorthin, die ich im Auto hinter einem anderen verbringe, wartend auf den Menschen am nächsten Schalter, der mir endlich den dünnen Fleischfladen zwischen zwei Brötchenhälften überreicht, könnte ich ebenso gut damit verbringen, eine vollwertige Mahlzeit am heimischen Herd zuzubereiten. Wenn ich also bereits weiß, dass das schnelle Essen mir keinen besonderen Mehrwert bietet, wieso übertrage ich diese Denkweise nicht auf meinen Arbeitsalltag?

Es ist bereits bekannt, dass arbeitsbedingter Stress ebenso Auslöser für Krankheiten sein kann wie beispielsweise Rauchen oder eine schlechte Ernährung. In Sachen feierabendlicher Verpflegung ist es oft schon der elendige Weg zum Fast Food-Tempel, der uns davon abhält, ihn mehrmals die Woche aufzusuchen. Social Media versorgt uns zusätzlich täglich mit den neusten Kochvideos und Rezeptvorschlägen. Der Weg hin zum Slow Food scheint einfacher denn je, doch wo sind die Stories, Hauls und täglichen Videobeiträge zum Thema Slow Work? Wenn niemand uns mit der Nase drauf stößt, müssen wir uns selbst bewusst machen, wieso das langsame Arbeiten am Ende des Tages nicht nur besser für uns, sondern auch besser für unsere Produktivität ist.

Slow Work entstammt einer langen Reihe von Slow-Bewegungen. Slow Food, Slow Baking, Slow Travel: sie alle zielen darauf ab, der Achtsamkeit und schlussendlich der Gesundheit des Menschen entgegenzukommen. Slow Work versteht sich als Mittel, Gesundheit und Freude mit Arbeit zu verbinden. Karrierefokussiertes Denken und Erfolgsdruck gehören damit der Vergangenheit an, wenn der Ausgleich zwischen Freizeit und Arbeit ausreichend Grund zum Glücklichsein bietet. Natürlich denkt manch einer nun, dass Slow Worker bloß langsame Zuspätkommer sind, die nicht wissen, wie man Ehrgeiz buchstabiert, allerdings sollte Slow Work nicht wörtlich übersetzt werden. Es geht dabei nicht darum, seine Arbeit langsamer oder weniger effektiv zu erledigen, sondern sie kontrolliert zu pausieren. So werden wiederrum die Zeiten minimiert, die mit weniger produktiven Aktivitäten gefüllt sind. Es geht also um die sinnvolle Nutzung der Zeit, die das eigene Wohlbefinden steigern soll. Denn im Moment des Durchatmens ohne direkten Zeit- und Termindruck wird automatisch unsere Zufriedenheit gestärkt. Im Umkehrschluss stärkt diese Motivation die Produktivität und ich kann frisch gestärkt und mit neuer Kreativität ans Werk.

Wie so oft im Leben hängt auch hier alles zusammen: Wer Spaß bei der Arbeit hat und entspannter seinen Aufgaben nachgehen kann, wird seltener krank. Wer seltener krank ist, schafft mehr. Selbst wenn der Slow Worker manches Mal langsamer sein mag, auf lange Sicht ist es der effiziente Weg, denn er schont seine Reservenund macht weniger Fehler. Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen Arbeitstag etwas zu slowen:

  1. Die To-Do-Liste ist lang und viel zu voll? Gönn und plane dir im Vorfeld einfach die doppelte Zeit für eine Aufgabe. Das nimmt nicht nur den Zeitdruck, sondern erhöht zudem die Sorgfalt.
  2. Multitasking ist zwar angesagt, sollte am Arbeitsplatz aber nicht zu viel Bedeutung bekommen, daher gilt: Eins nach dem anderen!
  3. Pause heißt Pause!
  4. Geduld ist ein wichtiges Stichwort. Es ist lange nicht mehr der Druck von oben, etwas schnell zu erledigen. Längst ist der Gedanke in unseren Köpfen, jede unserer Aufgaben lange vor der Deadline erledigt zu haben. Doch was, wenn wir uns einfach genau die Zeit für etwas lassen, die man uns gewährt? Oder, Gott bewahre, noch länger?

Auch der Arbeitgeber kann einiges dazu beitragen, die Work-Life-Balance seiner Mitarbeiter zu verbessern. Wenn das Arbeitspensum dermaßen hoch ist, dass an entspannte Freizeit nicht mehr zu denken ist, wäre die Abstufung einer Vollzeit- auf eine Teilzeitstelle denkbar. Viele Menschen halten außerdem die Möglichkeit zu Home-Office als willkommenen Ausgleich zum Büroleben.

Wenn euch der Arbeitsalltag mal wieder mehr Stress bereitet, als er eigentlich sollte, helfen euch unsere Tipps vielleicht dabei, das ganze etwas slower anzugehen. Wir können euch außerdem dabei helfen, ein spannendes Projekt oder die passende Stelle für dem Berufseinstieg für euch zu finden. Ein Stressfaktor weniger für euch 😉 Schaut dafür einfach schon einmal in unserer Jobbörse vorbei!

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